Laut der Studie “Betriebliches Gesundheitsmanagement 2018 ” der Pronova BKK erlebt die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer ihre Arbeit als eher stressig, was eine leichte Zunahme im Vergleich zur Studie von 2016 bedeutet. Insbesondere Beschäftigte, die einer schweren körperlichen Arbeit nachgehen, stufen Ihr Stresslevel als überdurchschnittlich hoch ein.

Die Studie "Betriebliches Gesundheitsmanagement 2018" wurde im Auftrag der pronova BKK im Rahmen einer Online-Befragung durchgeführt. Dafür wurden bundesweit 1.650 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer repräsentativ befragt.

Hauptbelastungsfaktor im deutschen Arbeitsalltag ist der ständige Termindruck. Aber auch emotionaler Stress durch die Arbeit mit Kunden, Patienten, Schüler sowie Überstunden oder schlechtes Betriebsklima belasten rund 30 Prozent der Arbeitnehmer.

Darüber hinaus werden auch äußere Einflüsse am Arbeitsplatz als störend empfunden. Jeder zweite Arbeitnehmer fühlt sich durch die Lautstärke am Arbeitsplatz gestört. Frauen reagieren im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen deutlich sensibler auf äußere Einflussfaktoren und fühlen sich zusätzlich zur Lautstärke auch besonders von der Raumtemperatur gestört.

Der Arbeitsweg selbst belastet gut jeden vierten Arbeitnehmer. Besonders Beschäftigte, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit unterwegs sind, empfinden ihren Arbeitsweg als stressig. Am entspanntesten sind Fußgänger und Radfahrer.

Die Auswirkungen von Stress

Die negativen Aspekte der Arbeit schlagen sich in einer Vielzahl von physischen und psychischen Beschwerden nieder: Über die Hälfte der Arbeitnehmer leidet zumindest manchmal unter Rückenschmerzen, anhaltender Müdigkeit und Erschöpfung, innerer Anspannung, Grübeln, Lustlosigkeit oder Schlafstörungen  – alles typische Symptome eines Burnouts. So sieht auch jeder zweite Beschäftigte für sich ein mäßiges bis hohes Burnout-Risiko.

Auf die Warnsignale des Körpers wird jedoch nicht konsequent gehört: Bei 'leichteren' Beschwerden, wie Rückenschmerzen, Erkältungen oder Magen-/Darmbeschwerden, geht die Mehrheit der Betroffenen trotzdem zur Arbeit. Bei schwereren Erkrankungen der Atemwege (Bronchitis oder grippaler Infekt) oder einem ansteckenden Infekt bleibt die Mehrheit zwar zunächst zu Hause, kuriert sich dort aber nicht vollständig aus, sondern geht schon wieder zur Arbeit, wenn die schlimmsten Symptome vorüber sind. Dabei sind es vor allem Frauen und Teilzeit-Beschäftigte, die trotz Erkrankung zur Arbeit gehen.

Zudem macht die Krankmeldung selbst den Arbeitnehmern zu schaffen: 62 Prozent haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich bei ihrem Arbeitgeber krank melden müssen, unter den weiblichen Beschäftigten sind es sogar 72 Prozent.

Mehr über die Studie und welche Unterstützung es auf Arbeitgeberseite gibt, lesen Sie hier.